Landkulturboten präsentieren ihre Projekte

  • Geschichtlicher Vortrag
6 Schülerinnen und Schüler, die während der sechswöchigen Sommerferien für eine „offene Synagoge“ gesorgt und Touristen und Einheimische kompetent durch Gedenkhof, Sakralraum und Museum geführt haben, zeigen in Wort und Bild das, was sie in dieser Zeit erarbeitet haben.
Theresa Kubat aus Marienhagen hat das Leben der in Vöhl geborenen und im Vernichtungslager Treblinka gestorbenen Selma Rothschild erforscht. Neben den in Vöhl vorhandenen Informationen hat sie auch die Rothschild-Nachfahrin und Genealogin Elizabeth Foote aus Utah in den USA in ihre Arbeit einbezogen.
Malia Kamm aus Kirchlotheim hat sich mit einem Thema beschäftigt, das sicher auch für viele ältere Frauen in unserer Gemeinde von Bedeutung ist: Der „Bund deutscher Mädel“ (BdM) war das weibliche Pendant zu den Hitler-Jungen in der Hitlerjugend. 1936 waren 14- bis 18jährige Mädchen und Jungen zur Mitgliedschaft gesetzlich verpflichtet.
Carina Schulz aus Vöhl zeichnet mit einer PowerPoint-Präsentation nach, wie aus der Demokratie der Weimarer Republik die Diktatur des nationalsozialistischen Deutschlands wurde. Die Ursache hierfür sieht sie in Fehlern der Weimarer Verfassung und deren Ausnutzung durch Adolf Hitler vor allem in den Jahren 1933 und 1934.
Tom Vahl aus Korbach hat sich in Interviews mit heute in Deutschland lebenden Juden mit der Frage beschäftigt, warum sie heutzutage wieder in jenem Land leben, durch das ihre Vorfahren so grausam verfolgt wurden. Wie leben Juden heute in Deutschland? Wie steht es um deren Erfahrung mit aktuellem Antisemitismus?
Pia Schulz aus Vöhl stellt die erste Deportation nordhessischer Juden nach Riga vor. Sie schildert den Verlauf der Deportation und gibt Einblicke in das Leben im Ghetto, im KZ Kaiserwald und im Lager Salaspils. In Riga starben unter anderem die in Vöhl geborene Johanna Laser, Minna Lazarus aus Ober-Werba und die Familie Schönthal aus Marienhagen.
Justin Suacillo aus Vöhl stellt den jüdischen Kalender vor und thematisiert vor allem das Pessachfest, das an den Auszug der Juden aus der Sklaverei in Ägypten, an Moses und die 10 Gebote erinnert. Er erklärt, was es damit auf sich hat, dass Juden meinen, wir leben im Jahre 5787 seit Erschaffung der Erde.
In dieser von Sahra Küpfer und einer ihrer Musikschülerinnen umrahmten Veranstaltung erhalten die Landkulturboten ihre Zertifikate.
Der Förderkreis Synagoge in Vöhl führt das Landkulturbotenprojekt zum neunten Mal durch. Es wird mit Mitteln aus dem Bundesprojekt „Demokratie leben“, dem Landesprogramm „Für Demokratie und gegen Extremismus“ und dem Landkreis Waldeck-Frankenberg gefördert. Das Netzwerk für Toleranz des Landkreises hat die Unterstützung organisiert.
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Terminübersicht

Gut zu wissen

Eignung

  • Schlechtwetterangebot

Zahlungsmöglichkeiten

Eintritt frei

Autor:in

Karl-Heinz Stadtler
Am Wäldchen 3
34516 Vöhl

Organisation

Edersee Marketing GmbH