12. UNESCO-Welterbetag – der Nationalpark Kellerwald-Edersee ist mit dabei

5. Juni 2016

Anlässlich des 12. UNESCO-Welterbetages am Sonntag, den 5. Juni, lädt Nationalpark-Mitarbeiter Achim Frede zu einer vierstündigen Exkursion in die Schatzkammern des Buchengroßschutzgebiets ein.
Treffpunkt ist um 9:30 Uhr der Nationalparkeingang Himmelsbreite in Vöhl-Harbshausen.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Die Teilnahme ist kostenfrei.
Die Tour führt teilweise über Stock und Stein, für die Wanderung sind entsprechend gutes Schuhwerk und etwas Kondition nötig.
Teilnehmer denken bitte an wetterfeste Kleidung sowie Rucksackverpflegung und Erfrischungsgetränke.

Buchenwälder erscheinen Einwohnern Deutschlands und besonders Bewohnern des waldreichen Hessens als etwas ganz Alltägliches. Im Sommer 2011 wurden fünf Buchenwaldgebiete in Deutschland als UNESCO-Weltnaturerbe geadelt – auch Teilbereiche des Nationalparks Kellerwald-Edersee.

Diese ausgewählten Buchenwälder bilden gemeinsam mit sechs Gebieten in der Ukraine und vier in der Slowakei das transnationale UNESCO-Weltnaturerbe „Buchenurwälder der Karpaten und Alte Buchenwälder Deutschlands“. Was ist das Besondere an diesen Buchenwäldern, so dass die ganze Welt auf sie schaut? Welche Rolle spielte die Rotbuche in der Geschichte Mitteleuropas? Was unterscheidet den Kellerwald von den Wäldern der anderen Welterbegebiete? Diese und zahlreiche weitere spannende Fragen können die Teilnehmer gemeinsam mit Achim Frede, Leiter des Sachgebiets Forschung, Naturschutz und Planung während der Wanderung am 12. Welterbetag lösen.

Auf der Ringelsberg-Route erspüren die Teilnehmer, was Urwald in Deutschland bedeutet. Gemeinsam mit Achim Frede entdecken sie das UNESCO-Weltnaturerbe und die Geheimnisse des Sommer-Buchenwaldes. Der wunderschöne Ausblick auf Edersee, Ahrensberg und die weiteren Weltnaturerbeflächen im Nationalpark Kellerwald-Edersee macht die dortige Rast zu einem besonderen Erlebnis.

Hintergrund: 12. Welterbetag
Anlässlich des 12. UNESCO-Welterbetages am 5. Juni 2016, an dem sich Welterbestätten aller Kontinente vorstellen, präsentieren sich auch die Hessischen Welterbestätten wieder mit zahlreichen interessanten Angeboten und Aktionen für alle Generationen. Der UNESCO-Welterbetag wird auf Initiative der Deutschen UNESCO-Kommission und des UNESCO-Welterbestätten Deutschlands e. V. seit 2005 jährlich am ersten Sonntag im Juni an allen deutschen Welterbestätten gefeiert.
Hessen verfügt derzeit über sechs Welterbestätten. 1991 wurde das Kloster Lorsch ausgezeichnet. Als erstes Naturerbe in Deutschland erhielt 1995 die Grube Messel den begehrten Titel. 2002 folgte das Obere Mittelrheintal, eine gemeinsame Stätte mit Rheinland-Pfalz. 2005 wurde der vier Bundesländer umfassende Obergermanisch-Raetische Limes in die Welterbeliste eingetragen und im Sommer 2011 kamen Teile des Nationalparks Kellerwald-Edersee als Bestandteil der „Buchenurwälder der Karpaten und Alte Buchenwälder Deutschlands“ hinzu. Jüngstes Weltkulturerbe ist der Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel, der im Sommer 2013 den Titel erhielt.
Der Flyer mit den Veranstaltungsangeboten aller hessischen Welterbestätten steht unter www.denkmalpflege-hessen.de zum Download bereit, weitere Informationen finden Interessierte auch unter www.unesco.de

„Buchenurwälder der Karpaten und Alte Buchenwälder Deutschlands“
Das Welterbekomitee der UNESCO hat am 25. Juni 2011 auf seiner 35. Sitzung in Paris entschieden, die "Alten Buchenwälder Deutschlands" in die Liste des Welterbes einzuschreiben. Sie ergänzen hervorragend das seit 2007 bestehende UNESCO-Weltnaturerbe "Buchenurwälder der Karpaten", mit denen die deutschen Gebiete nun eine gemeinsame Stätte bilden.
Sommergrüne Laubwälder erstrecken sich fast ausschließlich auf die nördliche Halbkugel. Die Rotbuche, Fagus sylvatica, kommt jedoch ausschließlich in Europa vor. Es ist weltweit ein einzigartiger Vorgang, dass die Rotbuche als einzelne Baumart im Zuge eines sogar noch andauernden (!) ökologischen Prozesses die Wald- und Ökosystembildung weiter Teile eines ganzen Kontinents bestimmt. Diese Dominanz hat sich seit der letzten Eiszeit innerhalb von wenigen Jahrtausenden entwickelt – einer geologisch wie evolutionär gesehen extrem kurzen Zeitspanne. Gegenwärtig zeigt insbesondere Deutschland innerhalb Europas markant den ungebrochenen Prozess, der einen Kontinent prägt.
Weitere hervorragende europäische Buchenwaldgebiete sollen im Rahmen einer seriellen Erweiterung folgen. Damit soll das Abbild des andauernden ökologischen Prozesses und der außergewöhnlichen biologischen Vielfalt der europäischen Buchenwälder in den unterschiedlichen biogeografischen Regionen vervollständigt werden.
Zu den „Alten Buchenwälder Deutschlands“ zählen ausgewählte Bereiche der Nationalparks Jasmund und Müritz in Mecklenburg-Vorpommern, des Nationalparks Hainich in Thüringen, des Nationalparks Kellerwald-Edersee in Hessen und der Grumsin im brandenburgischen UNESCO-Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Sie bilden die unterschiedlichen Buchenwaldtypen Deutschlands ab – von den Mittelgebirgen bis zur Küste. Außerdem beherbergen sie zusammen mehr als zwei Drittel derjenigen Waldpflanzenarten, deren Weltverbreitung auf Europa konzentriert ist.
Der Kellerwald weist die besten und ausgedehntesten bodensaurern Buchenwälder des Mittelgebirges über Schiefer und Grauwacke auf. Seine Wälder zeichnen sich durch ihre Naturnähe und einen überdurchschnittlich hohen Altholzanteil mit Urwaldrelikten aus. 18 von 22 in Hessen vorkommenden Fledermausarten, sieben von zehn mitteleuropäischen Spechtarten, Urwaldzeiger wie der Pilz Ästiger Stachelbart sowie der Veilchenblaue Wurzelhalsschnellkäfer und die Pfingstnelke als Eiszeitrelikt belegen den Strukturreichtum dieser alten Wälder. Die Weltnaturerbefläche im Nationalpark Kellerwald-Edersee ist 1467 Hektar groß.

Der Status als Weltnaturerbe ist eine besondere Auszeichnung und ein enormer Imagegewinn für die Region in Nordhessen.
Weitere Informationen: www.weltnaturerbe-buchenwaelder.de

Informationen zu den Veranstaltungen im Nationalpark und zum Nationalpark selbst finden Sie unter www.nationalpark-kellerwald-edersee.de

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